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UAS - der Weg heraus

UAS - Ukulele Acqisition Syndrome (Ukulele-Anschaffungs-Syndrom)

äußert sich in dem nach dem Kauf der ersten eigenen Ukulele einsetzenden Drang, immer genau eine Ukulele mehr zu besitzen als man gerade besitzt. Betroffene beschreiben die optimale Anzahl von Ukulelen im persönlichen Besitzt stets mit folgenden Worten: eine mehr als ich im Moment besitze.

Das UAS wird verstärkt durch die Vielzahl der Instrumente, der Hölzer, der Formen, der Größen, der Herstellen und begünstigt durch den relativ niedrigen Anschaffungspreis einer Ukulele sowie deren geringen Anspruch an Lagerkapazitäten im eigenen Haushalt. Meist setzt es erst nach einer gewissen Zeit des Spielens ein. Je größer aber die eigene Kenntnis über die Vielzahl existierender Instrumente ist, desto stärker wird der Wunsch nach einem weiteren Instrument mit (vermeintlich) ganz anderen Eigenschaften.

So geht es vielen Ukulelespielerinnen und -spielern: man kauft sich sein erstes Instrument, spielt eine Weile darauf, erfreut sich an dem eigenen Fortschritt und denkt sich, nun spiele ich schon ganz gut, es wird Zeit für ein besseres Instrument. Oder man ist mit der Soprangröße nun ganz vertraut und möchte auch mal eine Tenorukulele ausprobieren. Oder man möchte einmal ein Instrument aus Vollholz. Oder hören, wie eigentlich eine Ukulele aus Mango klingt. Oder eines aus direkt aus Hawaii. Oder eines für den Strand. Oder eines, das aussieht wie eine Ananas. Oder, oder, oder. Und wenn man nicht aufpasst liegen am Ende 10 oder mehr Instrumente im Haus herum. Alle sehr unterschiedlich. Alle ganz schön. Eigentlich schon viel zu viele. Man kann ja gar nicht auf allen spielen. Und doch gibt es ja noch dies Instrument und das Instrument.

Im Prinzip kennen ein solches Verhalten wohl alle Sammler - es ist nur etwa ungewöhnlich, dass diese Sammelleidenschaft sich auf ein Musikinstrument überträgt. Vermutlich gibt es so etwas auch bei anderen kleinen, günstigen Instrumenten. Im Normalfall hat man aber eigentlich eher ein Klavier, ein Cello, eine Posaune. Und wenn der Wunsch nach einem neuen Instrument aufkommt, möchte man das alte eigentlich nicht behalten.

Im Prinzip spricht wohl auch gar nichts dagegen, viele Ukulelen zu besitzen. Andere Menschen haben viele Spielkonsolen oder DVDs oder Küchenmesser oder Digitalkameras. Bei genauerem Hinsehen spielen aber wohl die meisten Menschen am liebsten auf einem ihrer Instrumente. Auf einem Instrument, das alle Wünsche vereint. Die ultimative Exit-Ukulele - der Weg heraus aus dem UAS.

Ob es wirklich die eine Ukulele gibt, die an dieser Stelle Abhilfe leisten kann, sei einmal dahingestellt. Wenn man aber aufhören möchte, sich ständig neue Ukulelen zu kaufen - tatsächlich ist irgendwann ja auch einmal kein Platz mehr an der Wand -, dann gibt es wohl schon eine vielversprechende Strategie. Ich selbst habe Folgendes gemacht:

  1. Ich habe mich entschieden, nur noch Tenor zu spielen.

  2. Ich habe alle meine Instrumente verkauft - bis auf zwei.

  3. Ich habe mir ein sehr gutes Instrument dazu gekauft, so dass ich jetzt 3 sehr unterschiedliche Tenorukulelen besitze (unterschiedliches Holz, unterschiedlicher Hersteller, unterschiedliche Form, unterschiedlicher Klang). Und nun habe ich eine Ukulele für Low-G, eine für High-G und eine 5-Saiter.

  4. Für den Unterricht mit Kindern habe ich noch eine weitere Sopran-Ukulele behalten: die Kala-Wassermelone, weil sie ganz gut klingt und Kinder sie witzig finden. Die kann ich gleichzeitig am Strand spielen und überhaupt überall, wo ich meine anderen Instrumente nicht einsetzen möchte.

Nun hoffe ich, dass es vorbei ist mit dem UAS. Vermutlich war der Weg dahin nötig, um zu der Erkenntnis zu gelangen: eigentlich geht es mir bei der Ukulele nicht anders als mit dem Klavier. Ich brauche nur ein Instrument, um zu spielen. Natürlich gibt es viele andere Instrumente, die auch schön sind, aber die muss ich nicht alle besitzen. Das Geld, das ich in viele relativ günstige Ukulelen investiert habe, hätte ich gleich zu Anfang in die Exit-Ukulele investieren sollen. Aber woher hätte ich wissen sollen, welche das ist?

So oder so: ich rate mittlerweile, nicht mehr allzu günstige Instrumente zu kaufen, nur weil man sie im Moment schön oder interessant findet. Meistens landen sie irgendwo in der Sammlung, werden wenig gespielt und stauben ein.

Ich hoffe also jetzt, "geheilt" zu sein, und bin mit meinem Instrumentenbestand sehr glücklich. Ich kann unterschiedliche Stile damit spielen, unterschiedliche Arrangements, bin flexibel. Ganz auf eine Ukulele habe ich mich nicht reduzieren können, aber immerhin sind es "nur" noch vier. Das klingt ganz gut. Das klingt nach Exit. Obwohl... so eine custom-build-Ukulele ganz nach meinen Wünschen, ein Einzelstück, das es nur für mich gibt... Naja, mal schauen!

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